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Leseliste im Mai 2020

Höchste Zeit, Leute! Ich muss wieder was tun. Die letzten 3 Jahre waren ganz schön holprig. Selbstfürsorge und Gesundheit waren da leider nach hinten gerutscht. Ich habe nach wie vor keine schlimmen Endoschmerzen mehr. Aber bei längeren Spaziergängen fange ich wieder an zu humpeln, weil sich der Herd am Ischias meldet. Zudem zeichnet sich die schottische Küche an Bauch und Hintern ab. Und auch bei der Aufarbeitung des Traumas falle ich wieder in alte Muster der Betäubung, anstatt mich mit meinem Körper zu verbinden. Die Baustellen sind eröffnet!

The Endo Thrive Tribe

Für neue Inspiration und Motivation habe ich mich für ein Jahres-Abo auf der Online-Plattform "The Endo Thrive Tribe" registriert. Noch kann ich keine Beurteilung abgeben. Ich muss es mal eine Weile ausprobieren. Jedenfalls wurde das Projekt von Dr. Cook ins Leben gerufen, dem ich schon eine Weile auf Instagram folge und hier fand ich immer ganz vernünftig, was er von sich gegeben hat.

 

Dr. Cook ist ein amerikanischer Endometriose-Experte mit über 30 Jahren Erfahrung in der Endometriosechirurgie. Er ist ein Schulmediziner, der jedoch einen ganzheitlichen, integrativen Ansatz verfolgt. Für ihn sind 5 Säulen bei der Endometrioseheilung wichtig. Nach diesen 5 Säulen ist auch die Plattform aufgebaut:

 

1. Konventionelle, schulmedizinische Ansätze

2. Innerkörperliche Vorgänge, die wir beeinflussen können (Ernährung, Detox...)

3. Umwelteinflüsse (Giftsoffe/hormonelle Disruptoren in Haushalt, Pflegemittel etc.)

4. Traumaheilung

5. Bewusstseinserweiterung

Wieso Traumaheilung?

Um gleich mal Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: Wie ich es auch schon in "Nicht ohne Meine Wärmflasche" geschrieben habe, muss nicht jede Frau mit Endometriose ein Trauma bzw. eine Posttraumatische Belastungssgörung (PTBS) haben, und nicht jede Frau mit Posttraumatischer Belastungsstörung hat Endometriose. Die Entstehung der Endometriose ist sehr viel komplexer. So spielen genetische und immunologische - und wahrscheinlich auch noch unbekannte - Faktoren eine Rolle.

 

So haben ja auch nicht alle Frauen, die sich schlecht ernähren, eine Endometriose. Und wir alle sind Giftstoffen in der Umwelt ausgesetzt, und nicht alle Frauen reagieren mit einer Endometriose darauf. Und doch setzen wir uns mit Tipps zur Ernährungsumstellung und Giftstoffreduzierung bei Endo auseinander.

 

Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass in manchen Fällen (nicht in allen - ich kann es anscheinend nicht genug betonen) ein Kindheitstrauma durchaus eine der Zutaten für den Mix bei der Endometrioseentstehung sein könnte. Man fand heraus,  dass sexueller Missbrauch bzw. körperliche Misshandlungen im Kindes- und Jugendalter mit einem erhöhten Risiko einer Endometriose im Erwachsenenalter verbunden sei.

(https://psylex.de/psychische-probleme/beziehungsprobleme/kindesmisshandlung/endometriose.html)

 

Ein Trauma muss nicht immer mit sexuellem Missbrauch und Gewalterfahrung zu tun haben. Angelika Koppe erwähnt in ihrem Buch zur Methode Wildwuchs, dass vor einer Endometrioseerkrankung auch häufig Tod, Trauer oder existentielle Verluste stattfanden.

 

Laut Dr Cook ist die Traumaheilung bei Endometriose unabhängig von einer Diagnose PTBS wichtig. Denn die Dinge, durch die wir mit der Endo durchgingen, würden uns in den "Überlebensmodus" schalten lassen.  Unser System könne dadurch zur Heilung gestört sein.

 

The Body Keeps the Score

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Ich mache derzeit ein Online-Seminar von Bessel van der Kolk und bin begeistert. Daher habe ich mir nun sein Buch "The Body keeps the Score" zugelegt und bin schon sehr gespannt. Van der Kolk setzt sich mit den Folgen von traumatischem Stress auf die Gesundheit auseinander. Er ist davon überzeugt, dass wir eines Tages bei einigen Krankheiten eine andere Form des Heilens ansetzen werden, die sich der Erkenntnisse der Body-Mind-Connection bedient. Weg von den bisherigen Medikamenten. Und das hat nichts mit Esoterik zu tun. Man erforscht mehr und mehr die Veränderungen in Gehirn und Körper, die durch Trauma ausgelöst werden.

Haiku Tagebuch

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Über diese Entdeckung bin ich besonders froh. Erst auf dem letzten Endometriose-Kongress, den ich in Edinburgh besucht hatte, wurde betont, wie wichtig doch Achtsamkeitsübungen seien. Meist werden einem Meditation und Yoga vorgeschlagen. Ich habe damit manchmal Probleme. Vor allem in der Entspannungsphase am Ende der Yogastunde, wenn man mit geschlossenen Augen auf der Matte liegt, kommen zuweilen negative Gefühle hoch. Ich weiß, die wollen gefühlt werden. Der Yogalehrer ist da aber wohl der falsche Ansprechpartner. Daher mag ich es nicht unter den Rahmenbedingungen einer Yogaklasse, in der ich in dem Moment damit auch überfordert bin. Ich erwische mich dabei, wie ich daher in eine Vermeidungshaltung gehe.

 

Haiku ist eine Achtsamkeits-Technik, die sich zwar auch mit Gefühlen auseinandersetzt, ihren Fokus aber auf die Szenen setzt, die die Gefühle auslösen. Ich muss nicht die Augen schließen, die Aufmerksamkeit ist auch im Außen. Für mich die bessere Alternative. Haiku kommt aus dem Japanischen. Es sind dreizeilige Kurzgedichte, die genua das machen, Szenen beschreiben. Den Moment einfangen. Und da ich das Schreiben eh liebe, genau meine Art der Achtsamkeitsübung :-) Zudem ist das Buch hübsch gestaltet und hat viel Raum für die eigenen Kurzgedichte.

Mein süßes Leben ohne Zucker

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Eine Zeit lang war ich richtig gut mit der Ernährungsumstellung. Kein Weizen, nur noch Dinkel. Und anstatt mit Industriezucker wurde alles mit Agavendicksaft zubereitet. Dann bin ich ausgewandert. Dinkelprodukte sind in Schottland ein bisschen wie das Loch Ness Monster:  Nur wenige bekommen sie zu Gesicht.  Apple Crumble, Triffle und Toffee haben mich wieder reingetrieben in die Zuckersucht. Daher habe ich mir dieses Buch nun zugelegt.

 

Für jemanden wie mich, die ich ständig in Eile ist, genau das Richtige. Denn es sind nicht nur schnelle Rezepte, die einem gezeigt werden. Die Planung wurde auch schon übernommen. So kann man sich mit Einkaufslisten und Wochenplan Schritt für Schritt durch die zuckerfreie 7 Wochen Challenge hangeln. Ich freu mich schon :-)


Meine Artikel ersetzen nicht den Rat durch einen Arzt/eine Ärztin oder Psychologen/Psychologin.

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Titelbild erstellt mit Canva, CC 0 1.0